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[Rezension] Whitcomb, Laura – Silberlicht

July 27, 2010

Infos:

Autor: Laura Whitcomb
Originaltitel: A Certain Slant of Light
Reihe: /
Genre: Fantasy
Preis: 14,95€
Seiten: 310
Verlag: Droemer-Knaur (PAN)
ISBN: 978-3-426-28328-8
_______________
Hiermit bedanke ich mich herzlichst bei der Verlagsgruppe Droemer Knaur (Verlag PAN) für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Beschreibung:

Helen ist tot. Und doch ist es ihr nicht vergönnt, ins Himmelreich aufzusteigen. Sie ist eine hell strahlende Gestalt, der durchsichtige Schatten einer einst wunderschönen Frau. Niemand sieht sie, niemand kann sie berühren. Sie ist die stille Muse ihrer »Bewahrer«, literaturbegabter Menschen, denen sie die richtigen Worte einflüstert und die nie etwas von ihrer Existenz erfahren werden. Bis eines Tages ein Siebzehnjähriger ihr Leben verändert: Er blickt Helen direkt ins Gesicht und … er lächelt! Im Körper des Schülers steckt James, ebenfalls eine Lichtgestalt. Er ist fasziniert von Helens Schönheit, und vom ersten Augenblick an wissen die beiden, dass sie füreinander bestimmt sind. Nun müssen sie alles daransetzen, einen menschlichen Körper für Helen zu finden. Eine abenteuerliche Suche beginnt …

Rezension

Bewertung:
Silberlicht von Laura Whitcomb ist zwar kein schlechtes Buch, aber dennoch: Entgegen den vielen guten Rezensionen die ich gelesen habe, hat das Buch definitiv nicht meine Erwartungen erfüllt.

Helen ist ein Licht, besser bekannt auch als Geist. Sie starb schon vor langer Zeit und musste auch lange Zeit in der Hölle verbringen, weil sie anscheinend etwas ziemlich schlimmes in ihrem früheren Leben getan hat, sich aber nicht daran erinnert. Alle ihre Erinnerungen scheinen weg zu sein.

Eines Tages kommt eine Frau, die ein selbstgeschriebenes Gedicht vorträgt, an ihr Grab. Endlich kann sich Helen aus der Erde befreien und ist solange, wie sie sich an die Frau hällt, auch ohne Schmerzen. Sie nennt diese Frau ihre Bewahrerin – Sie hilft ihr, wenn ihr mal bei einem Gedicht eine Zeile nicht mehr einfällt  und bleibt solange bei ihr, bis sie stirbt.
Schnell findet sie auch heraus, dass sie immer bei einem Menschen sein muss, um nicht wieder in der Hölle zu verschwinden und bindet sich so immer, wenn einer ihrer Bewahrer stirbt, an den nächsten Menschen. Beobachtet die Menschen, hilft ihnen, falls sie irgendetwas mit Literatur zutun haben und ist ihnen immer sehr nahe. Doch auch wenn Helen bei ihrem letzten Bewahrer dem Lehrer Mr. Brown sehr glücklich ist und ihm bei seinem Roman oder Schularbeiten,  die er nachgucken muss, hilft, ist sie dennoch etwas verstört: Sie wünscht sich, das Mr. Brown sie bemerken würde.Oder eher: Überhaupt gesehen zu werden. Und ihr Wunsch wird wahr: Eines Tages bemerkt sie ein ziemlich unfauffälliger Junge, der in Mr. Browns Klasse geht.
Billy, so soll er heißen, behauptet er wäre selber ein Licht und würde diesen Körper seitdem Billy, fast, an einer Überdosis gestorben wäre, übernommen. Billys Geist wäre nun frei.

Helen glaubt ihm, dem Jungen, der von ihr verlangt, ihn James zu nennen. Von nun an sind die beiden sehr oft zusammen und schnell findet Helen auch gefallen an ihm. Dennoch: Als James von ihr verlangt, Mr. Brown zu verlassen, ist sie zuerst ein wenig unschlüssig. Erst als sie sich wünscht, James als ihren Bewahrer zu haben, wird ihr Wunsch erfüllt und sie entkommt nur ganz knapp der Hölle.
Seitdem verbringt sie viel Zeit mit ihm, muss auch mitbekommen wie Billys Bruder Mitch ihm gegenüber sehr misstrauisch ist und ihn stellenweise schlägt. Da Mitch sie natürlich nicht sehen kann, bekommt sie sogar mit, wie er Billys Zimmer durchsucht.
Helen scheint sich immer mehr zu James hingezogen zu fühlen. Sie fühlt bei ihm, was sie selbst bei Mr. Brown noch nicht gefühlt hatte und wünscht sich aus vollem Herzen, ihn berühren zu können, in einen Apfel beißen zu können. Ganz einfache Sachen eben, die Helen aber sehr glücklich machen würde.

So entscheiden James und Helen, ihr einen Körper zu suchen, den sie nach einem ungewollten Zwischenfall auch finden. Ein fünfzehn jähriges Mädchen namens Jennifer, die in einem stark christlichen Haus wohnt und sich auch an jegliche Regeln halten muss. Helen merkt, wie sie “klingelt” (eine Art Merkmal, das zeigt, dass sie leer ist) und besetzt sie bei einem Kirchpicknick.
Doch James und Helens Beziehung stellt sich als sehr schwer heraus: Jennifers Eltern wollen nicht, dass sie einen Freund hat, besonders keinen, der kein Christ ist, was das Treffen der beiden natürlich sehr schwer macht und letztendlich auch zu einer schlimmen “Verwechslung” führt.
Dennoch lassen sich die beiden es nicht nehmen, die Welt miteinander zu “erkunden” (jedenfalls Helen). Mit James schläft sie das erste mal, fährt das erste Mal Fahrrad – jedenfalls kommt es ihr so vor – und so weiter.

“Silberlicht” ist eine sehr gefühlsvolle, wunderbare Geschichte die im groben Ganzen von Geister und der Liebe zwischen James und Helen handelt. Beide Charaktere haben mich zu Anfang schon sehr begeistert.
Die Handlung fand ich sehr außergewöhnlich, da sie eigentlich kein wirkliches Ziel hat, das die beiden Protagonisten erreichen müssen. James und Helen bauen sich, sozusagen, nur ein Leben zusammen auf was sie im Endeffekt – ich will den Grund nicht nennen – aufgeben müssen.
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, Frau Whitcomb hat dies nicht sehr gut gemeistert und irgendwie auch inzeniert. Auch wenn es manchmal ein bisschen eintönig ist, irgendwie ist immer Spannung vorhanden. Man erfährt zum Beispiel nur brockenweise, wer Jenny wirklich war, warum James gestorben ist und wieso Helen es nicht in den Himmel geschafft hat. Eben ganz verschiedene Sachen, da James und Helen ja selber herausfinden müssen, was Jenny und Billy in der Vergangenheit angestellt hatten. Was sich stellenweise als erschreckend herausstellt – jedenfalls bei Billy – der zum Beispiel damit beschuldigt wird, dabei zugeschaut zu haben, wie ein Mädchen vergewaltigt wird und so auch Jenny von manchen Leuten gewarnt wird, sich bloß von Billy fernzuhalten.

Ich habe dennoch zwei Sachen an der Handlung zu meckern: Einmal der Anfang und einmal das Ende.

Fange ich mal  mit dem Anfang an. Ich finde, dieser ist sehr unglücklich gewählt, da es nur sehr gemächlich beginnt und man sich die ersten 20-30 Seiten durch Beschreibungen von Helens Bewahrern und irgendwelchen Situationen, die Mr. Brown passieren, kämpfen muss. In den ersten Seiten passiert also kaum was und der Leser neigt schnell dazu, sich zu langweilen.
Ich finde es zwar dennoch interessant, wie Helen nun zu ihren Bewahrern kam und wie sie sie wieder “los” wurde, dennoch finde ich, das Frau Whitcomb diese Informationen über das Buch hätte besser verteilen können.

Das Ende hat auch nicht meinen “Vorstellungen” entsprochen.
[Spoiler]
Zwar ist es verständlich, das Helen sich, um von ihrem lebendigen Körper loszukommen, mit Valium oder anderen Tabletten umzubringen (Jenny hat sehr viele davon – Tabletten für jede Lebenslage) und damit bei James zu sein, aber der Grund, wieso James seinen Körper verlies wird nicht genannt (oder ich habe ihn überlesen, falls ja möge mich bitte jemand verbessern).
Es passiert kurz nachdem er wegen des Verdachts der Vergewaltigung festgenommen wird: Mitch bezahlte zwar die Kaution, hielt ihn danach aber zuhause fest. Auch Helen musste zuhause bleiben, hielt es aber nicht alleine aus und haute ab, um James zu besuchen. Sie geht an James Fenster und die beiden machen aus, sich im Park zu treffen. James sagte bei diesem Treffen – für mich – ohne Grund, dass er den alten Billy wieder in seinen Körper bringen muss, sei es weil er aufeinmal noch mehr mit Billys Vergangenheit zusammengekommen ist, keine Ahnung, oder etwas anderes. Ich finde jedenfalls, das dies kein wirklicher Grund war, um seinen Körper zu verlassen – was für mich dann eher als Grund gelten könnte, ist, als die beiden später an der Bushaltestelle stehen und James Billys Geist im Spiegel sieht. Beide fahren ins Gefängnis um Billys Vater zu besuchen und stoßen dort auf Mitch, der James mitnimmt.

Doch wird Helen von einem Polizisten zurück zu ihren Eltern gebracht, die natürlich wieder Ärger machen. Nach noch ein paar “Vorfällen”, entscheidet sich Helen den Körper zu verlassen, da sie merkte, dass James nicht mehr in Billy steckte. Sie überlies Jenny wieder ihrem Körper.

Keine Ahnung… Insgesamt finde ich das Ende nur mittelmäßig. Ich kann es nicht recht begründen, aber ich finde, das Frau Whitcomb ein besseres Ende hätte finden können oder es eben nicht so ausgehen hätte lassen sollen.
[Spoiler Ende]

Auch wenn ich vielleicht etwas an dem Anfang und dem Ende geändert hätte, hat mir die Handlung dennoch sehr gefallen. Es ist definitiv kein Abenteuer Roman in dem man nicht mehr stillhalten kann, wenn man nicht weiter lesen kann, aber dennoch überzeugt einen der Roman. Vielleicht ist es genau das, was den Leser überzeugt: Die romantische, relativ ruhige Geschichte, die einem selbst nach dem Beenden des Romanes noch zum Nachdenken anregt.
Selbst ich, der ziemlich fest daran glaubt, das es Gott nicht gibt, habe ein wenig über Himmel und Hölle wegen des Buches nachgedacht. Wie es wohl sein würde, als ruheloser Geist durch die Welt zu spuken oder sich zum Beispiel an einen Bewahrer zu heften, der einen dann doch nicht bemerkt, nur um  nicht in der Hölle schmoren zu müssen.

Die Charaktere, die Frau Whitcomb erschaffen hat, sind einfach nur toll. Auch wenn das Buch in der Ich-Perspektive erzählt wird, kann man sich in alle Charaktere relativ gut versetzen und lernt – natürlich – James und Helen sehr, sehr schnell ins Herz zu schließen.
Ich finde die Begründung, die James gibt, das er Billys Körper übernommen hat, auch sehr schön (Er sagt, Billy hat seinen Körper verlassen und wenn er nicht in ihn gestiegen wäre, wäre er von etwas “bösem” genommen geworden). So entsteht, zum Beispiel, auch eine Sympathie für die Beiden da man sie immer versteht (naja, außer der Sache mit dem Ende).
Auch toll fand ich, das Helen sich trotz ihres eigentlichen Alters nicht sehr altmodisch verhalten hat und sich sofort an den richtigen Altag gewöhnt hat. Sie fuhr Fahrrad und so weiter, man merkte aber dennoch, dass sie nicht aus dieser Zeit kam (Zum Beispiel als James wollte, dass sie Auto fährt sagt sie, das es Autos zu ihrer Zeit noch nicht gab).

Die beiden sind sehr erwachsen, geben sich aber sichtlich viel Mühe, sich zum Beispiel mit Mitch zu befreunden und Helen, sich mit Cathy und Dan – also Jennys Eltern – zu befreunden. Da sie beide im Alter von ca. 20 Jahren gestorben sind, merkt man wie gesagt, dass sie noch sehr erwachsen sind, was den Leser aber überhaupt nicht stört: Im Gegenteil; Es gibt der Beziehung zwischen Helen und James eine gewisse Tiefe, die für einen Jugendroman definitiv nicht normal ist.

Auch die Nebencharaktere haben ihre Tiefe. Mitch zum Beispiel, ist nicht ohne Grund so grob zu Billy – er macht sich Sorgen um ihn und gibt sich anscheinend die Schuld, das er so geworden ist.

Das Buch ist, wie schon erwähnt, in der Ich-Perspektive verfasst. Man kann sich durch ihn sehr gut in alle Charaktere versetzen und nie kommen irgendwelche langen, unnötigen Beschreibungen auf, die einen langweilen könnten.
Die Beschreibungen sind einfach nur toll. Man merkt richtig, wie sehr Helen James liebt, so wie sie ihn beschreibt und so weiter. Auch wenn Helen durch ihr reales Alter eigentlich sehr altmodisch redet, mochte ich den Schreibstil im ganzen sehr.

Das Cover ist, finde ich, wirklich sehr schön. Ich mag die Schnörkelleien und die “zarten” Farben. Für mich definitiv ein Hingucker, genau so wieder Buchname – Ich liebe solche Titel 🙂

Mein Fazit:

Zwar hat Silberlicht seine Mängel, aber dennoch kann man das Buch gut lesen. Nicht unbedingt ein Buch, das man UNBEDINGT gelesen haben muss, weiterempfehlen würde ich es dennoch (dennoch musste ich dem Buch wegen dem Anfang und dem Ende, was mir, wie gesagt nicht sehr “zugesagt” hat 2 Sterne abziehen).

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2 Comments leave one →
  1. July 30, 2010 4:07 pm

    Mir hat das Buch im Großen und Ganzen auch gefallen. Ich fand allerdings schade, dass die Handlung an vielen Stellen sehr sprunghaft war, ich hätte mir da mehr Ruhe gewünscht. Die Geschichte ansich plätschert ruhig dahin, das hat mir gefallen und ich hätte die beiden gerne noch mehr und detaillierter begleitet, die Beschreibungen der “Grabhände”, die immer wieder nach der Protagonistin greifen, fand ich gruselig und nicht nötig. Eine reine Liebesgeschichte wäre mir lieber gewesen – aber man kann’s nicht allen Recht machen. Das Ende fand ich schön und einfallsreich, wenn das mit dem Baby mir auch etwas willkürlich und plötzlich erschien (war doch vorher gar keine Rede von, oder?) Anyway, ich kann das Buch ebenfalls empfehlen.

  2. August 1, 2010 4:45 pm

    Also soweit ich das verstanden habe, hat James den Körper nicht einfach so wieder verlassen, sondern wegen Billy. Er hat ihn mehrfach gesehen und gemerkt, dass dieser doch wieder leben möchte, wofür er ja auch seinen Körper benötigt. Und deswegen hat James ihn wieder hergegeben. Immerhin hat er sich ja den Körper auch nur ausgesucht, weil BIlly ihn anfangs nicht mehr wollte.

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