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[Rezension] Downham, Jenny – Bevor ich sterbe

July 18, 2010

Infos:

Autor: Jenny Downham
Originaltitel: Before I die
Reihe: /
Genre: Drama & Liebesgeschichte
Preis: 8,95€ (?)
Seiten: 320
Verlag: Cbt
ISBN: 978-3-570-16002-2

_______________
Hiermit bedanke ich mich herzlichst bei dem Cbt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
Beschreibung:

Das soll also tatsächlich schon alles gewesen sein. Sechzehn Jahre ist Tessa jung, als ihr die Ärzte eröffnen, dass sie ihren Kampf gegen die Leukämie nach vier Jahren nun doch verloren hat. Nichts von dem, was das Leben in diesem Alter sonst an Verheißungen bereithält, soll sie demnach erleben. Doch damit kann sie sich nicht abfinden. Bevor sie stirbt, will sie wenigstens wissen, was ihr denn da tatsächlich alles vorenthalten wird: Sie will Sex haben, einmal etwas Verbotenes tun, Drogen nehmen. Vorher will sie nicht sterben. Auf keinen Fall!

Doch Tessa hat nicht nur Sex und nimmt sich die Freiheit, allerhand Verbotenes zu tun: Sie verliebt sich. Und zwar trotz anfänglicher Bedenken, ob man so etwas „darf“, wenn man doch bald sterben muss. Und zwar richtig. Nicht in den Jungen, mit dem sie sich den Wunsch nach wenigstens dem „einen Mal“ erfüllt (das, natürlich, auch eher eine Enttäuschung ist), sondern in Adam, den Nachbarsjungen, der sich ihre Liebe erkämpft, weil er selbst sie aufrichtig liebt. Mit diesem jungen Mann erlebt sie wirkliche, tiefe Zärtlichkeit. Für Adam sind Tessas unabwendbar bevorstehender Tod und ihre Angst kein Tabu. Er will alles über Tessa wissen, so wie es wirklich Liebende tun. Und so hat Tessa in ihrem kurzen Leben doch etwas gefunden, wonach sich mancher ein langes Leben lang nur sehnt. Und das ist bei aller Traurigkeit doch auch ein großes Glück.

Rezension:

Bewertung:
“Bevor ich sterbe” ist für mich kein gutes und kein schlechtes Buch. Man kann es sicherlich lesen, meine Erwartungen hat es dennoch nicht erfüllt.

Die am Anfang des Buches sechzehnjährige Tessa hat mit zwölf die Diagnose der Leukämie bekommen. Nach vier langen Jahren Kampfes gegen den Krebs ist der Tod für sie schon weit fortgeschritten und so beschließt sie, dass sie die aggressiven Therapien abstellen will  und ihre letzte Zeit “genießen” will.
Auch, wenn es am Anfang des Buches vielleicht so scheint, Tessa will sich nicht unter ihrer Bettdecke verkriechen und auf ihr langsam fortschreitendes Ende warten. Was dazu führt, dass sie eine Liste voller Dinge schreibt, die sie, bis sie stirbt getan haben will: Sex haben, einen Tag nur ja sagen, einen Tag so viele Gesetze wie möglich brechen und so weiter.
Zoey, Tessas eigenwillige und wilde Freundin, ist auch in die Liste eingeweiht. Sie versteht vielleicht nicht alles und deswegen haben die beiden auch oft Streit – Aber dennoch. Sie hilft Tessa dabei, zumindestens bei den ersten drei Dingen.
Doch bei einem Punkt kann Zoey ihr nicht helfen: Die Liebe. Doch dieser Punkt rückt bald in greifbare Nähe: Denn Tessa tritt bald mit dem netten Nachbarsjungen Adam in Kontakt.

Die Handlung ist eigentlich sehr traurig. Auch wenn ich, wie gesagt, nicht sehr begeistert von dem Buch bin, spürt man immer wie sehr Tessa unter ihrer tödlichen Krankheit leidet. Wie der Krebs nur schleichend fortschreitet und wie Tessa körperlich jede Veränderung wahrnimmt. Für Leute wie mich, die sich noch nie richtig mit dem Krebs auseinander gesetzt haben, stellt es eine furchtbare Realität da. Denn wie wir alle wissen, könnte diese Geschichte von Tessa und Adam gut wahr sein.
Doch irgendwie hat mir dabei etwas gefehlt. Tessas Mutter zum Beispiel scheint kaum an ihrer Tochter interessiert zu sein, scheinbar ohne Grund. Frau Downham erzählt, dass sie Tessa, Cal und ihren Vater schon früh verlassen hatte um mit einem Mann nach Schottland zu ziehen. Selbst als Tessas Diagnose sie erreichte, brauchte sie anscheinend erst einmal eine Ewigkeit bis sie dies realisierte und schließlich “nachhause” zurückkehrte. Aber – sag mir mal bitte einer – wieso? Für mich ist es scheinbar ungreifbar, wieso sie das ganze Buch über die “coole” spielt und man nie merkt, wie (zum Beispiel) ihre Fassade bröckelt, ein kleines Stück Interesse vielleicht. Aber nein.
[Kleiner Spoiler]
Eines Abends, zum Beispiel, als Adam und Tessa eigentlich tanzen gehen wollten. Tessa leidet an diesem Abend ganz plötzlich unter Nasenbluten. Ihre Mutter schaltet sofort, holt ein Taxi und – was ich auch nicht an Tessa verstehe – lassen den armen Adam zurück, der seiner Tessa eigentlich nur helfen wollte. Tessa war diejenige die Adam zurückgewiesen hatte und wieder verstehe ich nicht wieso. Ich könnte mir zwar vorstellen, dass sie nicht will, das er sie leiden sieht, aber wieso auch? Sonst ist sie ja auch so wild darauf das er sie zum Beispiel später im Krankenhaus besucht.

Okay, worauf ich eigentlich hinaus wollte. Tessa landet nun im Krankenhaus und muss wieder eine Spritze bekommen, die sie – glaube ich zumindestens – beruhigen soll. Ihre Mutter bleibt die ganze Zeit lang total ruhig, wobei ich eigentlich erwartet hätte, dass sie zum Beispiel ANGST hätte. Für mich wäre es für eine Mutter eine normale und verständliche Sache gewesen, oder nicht? Normale Mütter sitzen nicht dort und tun so, als wüssten sie von nichts.

Oder die Beziehung von Adam und Tessa. Tessa landet am Ende des Buches im Krankenhaus, nachdem sie sich überanstrengt hatte. Sie wacht ein paar Tage nicht mehr auf und so ist auch der geplante Urlaub nach Sizilien in weite Ferne gerückt.
Aber nachdem Tessa sich aus dem Krankenhaus ausweisen lies, hat sie nichts anderes mehr im Kopf als wieder mit Adam zu schlafen. Okay, was ich ja noch einigermaßen “einsehe”. Als sie dann aber bei Adams Mutter klingelt und dieser auf einem Vorstellungsgespräch bei einer Uni ist, zerstört sie für mich ohne Grund die ganze Garnitur ihrer Wohnung.

So welche Dinge passieren für mich im Laufe des Buches oft. Also Dinge, bei dennen sich der Leser selber fragt, wieso dies nun passiert und Downham entweder keine Gründe oder scheinbar “dumme” Gründe liefert.
[Spoiler ende]
Insgesamt könnte das Buch für mich immernoch mehr Tiefe haben. Vielleicht hätte Adam mehr auf ihre Krankheit “reagieren” sollen, keine Ahnung.

Nun zu den Charaktern. Dies ist einer der Punkte, die mich dazu gebracht haben, dem Buch noch die halbe Punktzahl zu geben.
Tessa ist zum Beispiel eine zwar anstrengende Protagonistin, aber dennoch ist sie liebevoll und – was für mich sehr, sehr wichtig ist – man versteht sie mit den Dingen, die sie auf die Liste schreibt. Man kann sich als Leser gut vorstellen, das man, wenn man auch unter Leukämie leiden würde, vielleicht sogar das Gleiche tun würde.
Auch wenn ich vielleicht nicht ihre Mutter verstehe, so ist für mich wenigstens ihr Vater authentisch. Er macht sich wahnsinns Sorgen um seine Tochter und verbringt Tag- und Nacht damit, nach irgendwelchen Methoden zu suchen, um Tessa wieder gesund zu machen. Die er, leider, aber nicht findet.
Selbst die Beziehung zwischen Cal (ihr Bruder) und Tessa ist für mich sehr authentisch. Sie streiten sich ganz normal und werfen sich trotz ihrer Krankheit manchmal ziemlich “heftige” Sachen an den Kopf, die sie dann aber doch – ganz normal – vergessen. Doch selbst Cal will nicht, dass seine Tochter stirbt und erlaubt ihr im Nachhinein sogar – was für mich wirklich das Süßeste war, was ich je gehört habe – bei ihm zu spuken.

So versteht man als Leser auch Adam, Zoey und co. Hier hat Frau Downham sehr, sehr gute Leistung (ausgenommen bei ihrer Mutter) geleistet.

Der Schreibstil Frau Downham ist eigentlich ganz okay, aber nicht überragend. Der Leser stört sich an den langen Beschreibungen (und manchmal komischen Metaphern), weswegen da noch viel Raum nach oben ist.
Als Tessa am Ende des Buches stirbt, benutzt Frau Downham eine sehr komische Art ihr Sterben zu beschreiben. Die Zeilen, die so geschrieben sind, das Tessa die Gespräche in ihrem Zimmer zwar hört sind zwar ganz okay, aber komischerweise hat Frau Downham auch irgendwelche Textstellen, die weder Satzzeichen noch Großschreibung (Satzanfang) besitzen. Ein Beispiel:

Zitat: “der Urknall war der Ursprung unseres Sonnensystems und erst da ist die Erde entstanden und erst ab da konnte es Leben geben und nachdem der ganze Regen und all das viele Feuer vorüber waren kamen Fische dann Insekten Amphibien Dinosaurier Säugetiere Vögel Primaten Hominiden und schließlich Menschen”
S. 311, Z. 7-11

Ich grübele immernoch, was dies zu bedeuten mag. Vielleicht war es ein Versuch Downhams irgendwie poetisch zu klingen, was für mich aber kläglich versagt ist.

Mein Fazit:

Bevor ich sterbe ist kein gutes, und kein schlechtes Buch. Es konnte mich leider dennoch nicht begeistern. Ob ich es nun einem Freund empfehlen würde, weiß ich nicht wirklich – Wer mit den Dingen, die ich hier aufgelistet habe, klar kommt – kann es meinetwegen lesen.

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