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[Rezension] Collins, Suzanne – Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele (TvP, #1)

July 16, 2010

Infos:

Autor: Suzanne Collins
Originaltitel: The Hunger Games 1: The Hunger Games
Reihe: Die Tribute von Panem
Genre: Science Fiction
Preis: 17,90€
Seiten: 414
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3-7891-3218-6
_______________
Hiermit bedanke ich mich herzlichst bei dem Oetinger Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Beschreibung:

In einem Nordamerika der fernen Zukunft regiert das Kapitol mit eiserner Hand. Die meisten Menschen in den unterjochten zwölf Distrikten kämpfen tagtäglich ums Überleben. So auch die sechzehnjährige Katniss. Sie sorgt dafür, dass ihre kleine Schwester Prim und ihre Mutter nicht verhungern, indem sie unerlaubterweise hinter dem Zaun des Distrikts auf die Jagd geht. Doch der Hunger ist nicht die größte Bedrohung: Jedes Jahr werden die „Hungerspiele” ausgetragen, eine Art Gladiatorenkampf. Aus jedem Distrikt werden dafür ein Mädchen und ein Junge zwischen zwölf und sechzehn Jahren ausgelost. Und dieses Jahr trifft es Prim. Doch Katniss geht für ihre Schwester in den grausamen Kampf, der so lange dauert, bis nur noch einer von den vierundzwanzig „Spielern” am Leben ist. Das ist furchtbar genug, doch zu allem Überfluss ist einer von Katniss’ Gegnern ausgerechnet Peeta, der ihr schon einmal das Leben gerettet hat …

Rezension:

Bewertung:
Wider allen Vorurteilen die ich dem Buch ungerecht entgegen gebracht habe, hat mir das Buch wirklich ausgezeichnet gefallen. Frau Collins hat mit “Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele” ein unvergessliches Buch (und vielleicht auch Reihe) erschaffen, das wirklich jeder einmal gelesen haben muss!

Die Handlung ist ziemlich schwer zusammen zufassen, da ich nicht sehr viel über die eigentlichen Hungerspiele und deren Verlauf verraten will, da vielleicht noch nicht jeder meiner Leser dieses wunderbare Buch gelesen hat. Also erzähle ich nur, wie es dazu kam:
Katniss, ihre kleine Schwester Prim (oder auch Primrose genannt, genau wie Katniss sind beide nach Blumen benannt) und ihre Mutter kämpfen, seitdem Katniss Vater gestorben ist, jeden Tag ums überleben. Katniss Mutter, die durch den Tod ihres Mannes nicht mehr recht zurechnungsfähig ist, macht es Kat so sehr schwer: Sie muss, seitdem ihr Vater Tod ist, für das Überleben ihrer Familie sorgen. Weswegen sie ein schlimmes Verbrechen in Panem fast täglich vergeht: Nämlich mit ihrem beliebten und hübschen Freund Gale geht sie fast jeden Tag in den verbotenen Wald außerhalb des Distriktes.

Panem ist in verschiedene Distrikte aufgeteilt: 1 bis 12 (es gab mal einen dreizehnten Distrikt, der aber zerstört wurde – es wird nicht erwähnt, wieso / Habe ich anscheinend irgendwie überlesen, da Stephie und Holly meinten, dass es am Anfang des Buches erwähnt wurde. Der 13te Distrikt wurde wegen Rebellion zerstört und deswegen gibt es erst auch die Hungerspiele). Jeder dieser Distrikte ist verschieden reich und hat somit auch seine bestimmten Bedeutungen. Distrikt 12 ist zum Beispiel für die Minen und deren Kohleförderung zuständig, was sie zu dem ärmsten Distrikt macht. Katniss Vater ist im übrigen genau wegen der Minenarbeit gestorben – Eine Mine ist über ihm zusammen gebrochen.

Wie jedes Jahr kommt es in Panem (dieses “Panem” befindet sich in Nord-Amerika) zu den Hungerspielen, die zur Bewältigung der Rebellionen in Panem gelten sollen. Diese Hungerspiele besagen, dass aus jedem Distrikt zwei junge Menschen (das genaue Alter habe ich nicht mehr im Kopf) (ein Mädchen und ein Junge) in eine Arena zusammengesteckt werden und sich zur Unterhaltung des Kapitols gegenseitig umbringen müssen (Die Spiele werden live im Fernsehn übertragen). Werden die Spiele langweilig, lassen sich die Spielemacher irgendwelche Fallen einfallen, die die Tribute irgendwie zusammen pferchen. In diesem Fall kommt es zum Beispiel zu einem riesigen Waldbrand und Feuerbälle, die die Tribute aus dem schützenden Wald drängen. Der Sieger bekommt ein besonders schönes Haus in dem jeweiligen Distrikt und kriegt auch jede Menge Geld.
Da die ersten Distrikte die Reichsten sind, haben diese auch meistens die stärksten Tribute, die sogeannten “Karrieros”. Dies sind junge Menschen die genau für die Hungerspiele trainiert und vorbereitet werden, was zwar verboten ist, aber dennoch jedes Jahr immer und immer wieder passiert. Was dazu führt, dass die meisten Sieger der Spiele aus den ersten vier Distrikten herausgehen – Bis auf eine Ausnahme, nämlich Haymitch. Er kam genau wie Katniss aus dem zwölften Disktrikt.
Da die Leute aus dem 12 Distrikt sehr arm sind, können sie für so genannte Terrasteine mehrere Lose in die Trommel werfen. Was dazu führt, das Katniss sehr viele Lose hat, genau so wie ihr Freund, Gale. Beide haben also eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass sie gezogen werden und doch – es kommt anders.
Bei der Ziehung kommt es zu einer Überraschung, die Kat nie erwartet hätte: Prim, die dieses Jahr das erste Mal bei den Hungerspielen dabei ist, wird gezogen. Da Kat ihre Schwester über alles liebt opfert sie sich und meldet sich anstelle ihrer Schwester als freiwillige.
Und als Junge wird auch nicht Gale, sondern ein Bäckersjunge, nämlich Peeta Mellark gezogen. Kat kennt ihn und was ihr zu schaffen macht ist, dass er ihr schon einmal das Leben gerettet hat, nämlich als sie und ihre Familie kurz vor dem Verhungern war und er ihr ein verbranntes Laib Brot zugeworfen hat.
Aber Kat ist sich sicher, dass sie ihm dies bei den Spielen nicht anrechnen kann und darf. Nämlich weil sie ihrer Schwester fest versprochen hatte, zu versuchen zu gewinnen.

Und wieder kommt es anders, als die beiden es erwartet hätten: Haymitch, der eigentlich die meiste Zeit betrunken ist, reißt sich zusammen und verschafft den beiden eine gute Chance bei den Spielen zu überleben. Cinna – der Stylist, der die beiden herausputzt – hat eine buchstäblich blendende Idee, die die Beiden aus der Masse hervorheben soll.
Da bei dem Zug, an dem die Tribute gezeigt werden, jedes der Tribute zu der Aufgabe des Distriktes passend gekleidet sein muss, kommt der Stylist durch die Kohle auf die zündende Idee. Der Distrikt, aus dem Kat und Peeta kommen, ist, wie schon erwähnt, für die Kohle bekannt. Und was macht man mit Kohle? Man verbrennt es. Und so kommt er auf die Idee, Kat und Peeta in “Feuer” zu setzen 😉
Durch diese Idee bleiben sie bei den Sponsoren, die während des Spieles zum Beispiel lebensrettende Medizin in die Arena zu den Tributen bringen können, im Gedächtnis hängen.
Aber auch eine andere Idee – die Kat zuerst garnicht gefällt – scheint den Sponsoren zu gefallen. Die Idee, das Peeta und Kat auf ein Team machen und später sogar vorgeben, dass Peeta in Kat verliebt wäre. Diese Idee, um es kurz zusagen, macht den beiden bald sehr zu schaffen – da eigentlich nur einer die Spiele gewinnen darf und, da sie selbst in der Arena das liebende Paar vorgeben müssen, droht diese achso gute Idee wahr zu werden.

Die Handlung ist einfach nur außergewöhnlich und nimmt einen vollkommend ein. Wer genau wie ich am Anfang wegen der Beschreibung und des so öffentlichen Hypes Zweifel an dem Buch hat, sollte diese schleunigst ablegen!
Wie bei vielen Leuten, hat mich die Welt, die Frau Collins erschaffen hat, sehr beeindruckt. Die Idee, dass eine reiche Art von Gruppe über die armen “Grüppchen” herrscht kann man in gewissermaßen sogar auch noch auf unsere heutige Welt übertragen.
Das sie den Armen dann auch noch mit diesen schrecklichen Spielen bei kommen ist genau so schrecklich. Man kann mit den armen Leuten aus den armen Distrikten mitfühlen und hegt von Anfang an einen riesen Hass gegen das Kapitol und die Spielemacher.
Ich mag da vielleicht falsch liegen, aber ich finde, die Spiele kann man in gewissermaßen auch mit der Aufmachung der Sendung Big Brother vergleichen. Die 24 Tribute werden zusammen gepfercht und ganz Panem (oder ganz Deutschland) kann ihnen 24 Stunden lang zuschauen, sogar live. Deswegen kann man sich auch sehr gut vorstellen, wie das Kapitol voller Spannung und Freunde dort in Panem vor dem Fernseher sitzt und dem Sterben der jungen (und armen, da sie einem zu 99% einfach Leid tun) Menschen zuschaut.
Auch die Arena, von dem vielen Wäldern, Seen und bis zu dem Füllhorn (das zu Anfang der Spiele mit wichtigen Sachen vollgestopft ist, wie zum Beispiel Arzneien, Waffen und so weiter), kann man sich einfach nur fantastisch vorstellen.
Egal, wie man es sieht – Frau Collins hat einem einfach eine sehr realistische und erschreckend gut beschriebende Welt erschafft. Für mich ein riesiger Pluspunkt!

Der Schreibstil von Frau Collins ist einfach, reicht aber dennoch aus. Er ist nicht überragend, aber der Leser wünscht sich nie mehr und selbst ich, als Gegenwarts-Kritikerin  (die Geschichte wird in der Gegenwart, nicht in der Vergangenheit erzählt), habe gefallen an dem “Gegenwarts”-Schreibstil gefunden.
Dieser Tempus bringt einem die Geschichte sogar, vielleicht, noch näher. Man hat das Gefühl man bekommt alles hautnah und live mit.
Und auch wenn, wie schon erwähnt, Suzanne Collins Schreibstil nicht überragend ist, beschreibt er alles sehr gut. Man kann sich sehr, sehr gut in die Charaktere hinein versetzen und bekommt jede Gefühlsregung mit. Am Ende, als eine ganz bestimmte Stelle (die ich unten in dem spoilergekenntzeichneten Teil erwähnen werde ;)), hatte ich sogar Tränchen in den Augen.

Die Charaktere sind für mich auch alle sehr beeindruckend dargestellt worden. Man versteht eben, wieso sie so sind, was für mich sehr gut ist.
Katniss, zum Beispiel, hat eine sehr starke Persönlichkeit. Sie muss diese auch von Anfang an haben, da sie ja schon am Anfang des Buches regelrecht für das Überleben ihrer Familie kämpfen muss. Ihre Mutter kann ihr nicht helfen, da sie a. nicht jagen kann und b., wie schon erwähnt, etwas… verwirrt (kann man das so so sagen?) ist. Prim, die noch sehr jung ist, kann ihr nur mit der Ziege helfen, die Kat ihr eines Tages zum Geburtstag geschenkt hatte. Ziegen bringen bis zu 4 Liter Milch am Tag zustande, was für manche armen Familien eine regelrechte Goldgrube ist.
Natürlich kommt ihr eben auch diese harte Person in den Spielen gerade nur recht – Ohne diese hätte sie, meiner Meinung nach, auch nicht lange überlebt.

[Achtung: Ab hier Spoiler]

Was mich an dem Buch aber leicht gestört hat, ist, dass Kat nie wirklich kapiert das Peetas “gespielte” Verliebtheit garnicht gespielt ist. Selbst der Leser denkt im Laufe des Buches “wieso kommt die denn nicht darauf?!” – So offentsichtlich ist es, das Peeta es eben doch ernst meint. Auch Haymitch, Cinna und co. machen gewisse Andeutungen, die in die Richtung zeigen, dass Peeta in sie verliebt ist. Aber Kat kapiert nicht. Was dazu geführt hat das ich, als Kat am Ende des Buches Peeta damit sehr verletzt, in dem sie es irgendwie schafft, zu behaupten, das alles nur gespielt ist, einfach nur noch wild rumschreien wollte. So schafft es Katniss das die beiden sich ohne Grund auseinander “leben” und aufeinmal ein kleiner Streit zwischen ihnen herrscht. Und zack, hatte ich Tränen in den Augen – Weswegen wohl? Weil Katniss so dumm reagiert hat oder weil es einfach nur eine traurige Szene war? Darüber bin ich mir im Moment leider nicht sicher.

Auch dieses Rumgeknutsche in der Arena hätte meiner Meinung nach noch viel mehr romantisches haben können. Aber nein: Die beiden küssen sich und auch wenn Kat sogar an einem Kuss gefallen findet, irgendwie erwähnt, dass sie vielleicht auf dem “Weg” ist, sich in Peeta zu verlieben, wird es nicht.

Zwar hat mich die zweite Regeländerung (das doch keine zwei Tribute gewinnen können) nicht überrascht, aber der plötzliche Lichtblick aus Katniss – tut mir leid, aber ich kann es einfach nicht anders benennen – Dummheit hat mich einfach nur gefreut. Mit der Idee, das beide die tödlichen Beeren die auch das Tribut das beide “Fuchsgesicht” nennen, umgebracht hat, essen, schaffen sie es dennoch das beide überleben können.

Definitiv ein kleiner Minuspunkt, der das Buch 0,5Sterne kostet – Aber nicht mehr, da der Rest des Buches diesen Minuspunkt für mich einfach wett macht. Denn auch trotz Katniss Blauäugigkeit ist die Liebe zwischen Peeta und Katniss (ihr könnt sagen, was ihr wollt, ich glaube auch, das sie in ihn verliebt war/ist :o) sehr… außergewöhnlich.

[Spoiler Ende]

Was ich auch noch ein wenig hervor heben will, ist, das wunderschöne Cover im Gegensatz zu den englischen Exemplaren (die für mich einfach nur alt aussehen). Für mich ist es eins der schönsten Cover, die ich je gesehen habe.


Mein Fazit:

Also, ich hoffe, ich habe irgendwie rübergebracht wie unglaublich gut dieses Buch ist. Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen dieses Buch zu lesen!

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2 Comments leave one →
  1. umblaettern permalink
    July 16, 2010 7:22 pm

    Der 13. Distrikt wurde zerstört, um als Beispiel zu dienen, was mit den restlichen Distrikten passiert, wenn sie sich je wieder auflehnen werden. Das wurde in Band 1 erwähnt, wenn ich mich richtig erinnere. (Wenns im zweiten erwähnt wurde, hab ich dich jetzt hoffentlich nicht zu arg gespoilert. Aber ich bin mir eigentlich ziemlich sicher.)

    Ich finde, die englischen Cover zu Hunger Games sind wirklich nicht schön, aber die für die beiden anderen Bände sind hübsch (:

  2. July 16, 2010 8:51 pm

    @ Holly: Nein, du hast schon Recht. Es wird gleich zu Anfang des ersten Bandes erklärt – nur wegen dem Aufstand, der diesen Distrikt zerstörte, gibt’s ja überhaupt erst die Hungerspiele

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