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[Rezension] Ward, Rachel – Numbers: Den Tod im Blick (Numbers, #1)

June 19, 2010

Infos:

Autor: Rachel Ward
Originaltitel: Numbers – Den Tod im Blick
Reihe: Numbers
Genre: Krimi/Thriller (?)
Preis: 13,95€
Seiten: 362
Verlag: Chicken House
ISBN: 978-3-551-52007-4
_______________
Hiermit bedanke ich mich herzlichst bei dem Chicken House Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Beschreibung:

Als kleines Kind hat Jem mit angesehen, wie ihre Mutter an einer Überdosis gestorben ist. Seitdem ist sie von einer Pflegefamilie zur anderen weitergereicht worden. Deshalb wundert es auch keinen, dass sie ruppig und Kontaktscheu ist. Nicht mal in die Augen sehen kann sie einem, sagen sie in der Schule. Und das stimmt – wenn auch aus einem anderen Grund, als alle vermuten. Denn Jem hat eine besondere Gabe: Wenn sie jemandem ansieht, erscheint in ihrem Kopf eine Zahl. Es ist das Datum, an dem diese Person sterben wird.
Jem lässt niemanden an sich heran – sie weiß ja, wann der andere sterben wird … Doch dann lernt sie den verrückten, hibbeligen Spinne kennen. Als sie Riesenrad fahren wollen, sieht Jem plötzlich, dass alle Menschen um sie herum noch am selben Tag sterben werden. Sie und Spinne rennen weg, kurz bevor die Bombe hochgeht. Und von diesem Augenblick an sind sie auf der Flucht. Denn man hat sie weglaufen sehen, und wie sollen sie erklären, warum sie von dem Attentat wussten? Die Flucht ist alles andere als romantisch, die beiden frieren und hungern. Doch auf ihrer Flucht lernen sie einander besser kennen, und Jem verliebt sich in Spinne. Damit hat sie noch ein Problem mehr, denn sie weiß, dass Spinne in wenigen Tagen sterben muss …

Rezension:

Bewertung: 
Numbers ist zwar ein richtig interessantes Buch, entspricht aber trotzdem nicht ganz meinen Erwartungen.

Jem kann schon seit sie klein ist, Daten sehen, wenn sie in die Augen anderer Menschen schaut. Sie denkt zwar erst, dass dies nur Zufall ist, aber nachdem ihre Mutter an genau dem Datum gestorben ist, das sie immer sah, als sie in ihre Augen guckte, begriff sie. So starb ihre Mutter an einer Überdosis und ab da an lebte sie in verschiedenen Pflegefamilien bis sie letztendlich bei Karen, einer Frau mit zwei Zwillingen, findet und ab da an bei ihr lebt.
Durch diese Fähigkeit lebt Jem immer so, dass sie nicht mit sehr vielen Menschen in Kontakt kommt und scheut jeden näheren Kontakt mit Menschen. Sie möchte niemanden an sich heran lassen, es würde ihr wehtun, wenn sie die Zahlen sieht, aber weiß, dass sie dem Menschen nicht helfen kann. Außerdem erzählt sie niemanden von ihrer Fähigkeit.
Dennoch lernt sie eines Tages Spinne, einen hochgewachsenen und dürren schwarzen Jungen kennen, der aber eigentlich Terry heißt. Da Spinne nicht so leicht zum abhängen ist, lässt sie ihn schließlich um sich herum und ist bemüht, keine engere Beziehung mit ihm einzugehen.
Auch, wenn sie dies versucht, sie scheitert. Sie kennt Spinnes Todesdatum und es ist sehr nahe, was sie aber sonst nie wirklich interessiert: Sie dachte erst, Spinne ist eben nur ein nerviger Junge, es wäre eben doch besser, wenn sie alleine wäre.
Gegen allen Erwartungen gehen die Beiden eines Tages zum London Eye. Spinne, der, zu Jems Grauen, in kriminellen Geschäften verwickelt ist, hat Geld bekommen und will es dort mit ihr ausgeben. Doch als Jem in die Augen, der Leute, die in der Schlange zum Riesenrad stehen sieht, sieht sie immer das gleiche Datum. Das Datum des Tages. Sie begreift schnell und will Spinne von dem Ort wegbringen, der es aber nur widerwillig über sich geschehen lässt. Die Beiden rennen weg und als sie später stehen bleiben, sehen die Beiden, wie das London Eye in die Luft geht. Spinne, der erst total verwirrt war, begreift: Er sagt, sie hätte gewusst, was da passiert. Jem hat keine Wahl; Sie muss es ihm erzählen, was Spinne aber komischerweise recht gut aufnimmt.
Danach machen sie sich wieder auf den Weg nachhause. Val, Spinnes Oma und Erziehungsberechtigte, seitdem seine Mutter abgehauen ist, machte sich Sorgen um die Beiden: Die Explosion scheint schon durch alle Medien gegangen zu sein. Doch das Schlimmste ist, dass die Beiden als verdächtig gelten – Man hätte gesehen, wie sie von dem Platz weggerannt sind. Natürlich hauen die Beiden sofort ab, in dem Wissen, dass die Polizei sie sowieso sofort einbuchten würde.
Von dort an fängt der Kampf ums Überleben an: Sie leben in den Tag hinein und wollen nach Bristol, einem Ort, wo Spinne mal mit seiner Oma war. Jem und Spinne kommen sich immer näher, doch eins macht Jem immer mehr sorgen: Spinnes Todesdatum kommt immer näher.  Das ist doch nicht das Einzige, über das sie sich Sorgen machen müssen: Die Polizei ist ihnen nämlich immernoch auf den Fersen und mittlerweile sind sie überall in England gesucht!

Die Handlung ansich ist sehr schön und spannend. Numbers kann man in der Sicht definitiv nicht mit anderen Büchern vergleichen.
Doch manches stört den Leser. Man weiß von Anfang an das Spinne, der liebevolle Freund von Jem, sterben wird. Ich als Leser hoffe da natürlich, dass er nicht sterben wird, oder? Schließlich ist Spinne – Auch genannt Terry – der Mensch, dem sich Jem mal angetraut hat. Wenn man dann das Ende liest, ist man sicher enttäuscht (VORSICHT – Eventueller Spoiler), denn dieser Tod hängt ganz alleine von Jem ab, die sich – ganz plötzlich! – aufeinmal Gedanken über Selbstmord macht, als gerade alles wieder ok ist. Spinne und Jem sind wieder zusammen; Der Leser denkt, das alles okay ist. Aber nein, Jem denkt aufeinmal – was der Leser kaum versteht, dass sie sich umbringen muss, um diese Qualen, die diese Zahlen ihr bereiten, zu beenden. Sie geht also auf das Dach von der Kirche, in dem die beiden sie sich wieder gefunden haben und gerade, als sie springen will, taucht Spinne auf. Sie springt durch Spinnes Gerede natürlich nicht, aber dafür Spinne. (/Spoiler Ende).
Wenn man dies übersieht, ist die Handlung, wie gesagt, sehr schön.

Auch der Schreibstil von Frau Ward ist ansich schön. Dennoch, hier stört den Leser – jedenfalls hat es mich sehr stark gestört – auch etwas, worüber man eventuell nicht so gut hinüber sehen kann, als bei der Handlung. Zwar sind Jem und Spinne Straßenkinder, dennoch benutzen sie manchmal übertrieben viele Schimpfwörter und sprechen, wie soll ich es sagen, mit sehr vielen Abkürzungen. Natürlich – So etwas kann man sich als Leser gerne vorstellen, aber das Ward dieses ausschreibt, hat mich sehr gestört. Sie schreibt zum Beispiel nicht “eine/einer/ein…” sondern immer “‘ne”. Oder bei Wörtern wie “anschauen” und “anderen” etc. werden grundsätzlich immer die Es rausgelassen (“anschaun”, “andern”).
Ich hoffe, das kommt nicht zu pingelig herüber, aber für mich hat dies nichts in einem Buch zu suchen. In Büchern sollte – selbst in der wörtlichen Rede – immer die Rechtschreibung stimmen und, wie gesagt, so  etwas  sollte man sich als Leser besser vorstellen.
Ganz abgesehen davon, habe ich auch einige Rechtschreibfehler in dem Buch gefunden.

Die Charakter sind wundervoll. Auch wenn das Buch für mich nicht das Beste war, was ich je gelesen habe, werde ich die Charaktere definitiv immer im Gedächtnis halten. Ganz anders als in manchen Büchern merkt man sehr, wie sie sich verändern und kann sich sehr gut in jeden hineinversetzen, wieso er was tut und so weiter. Am Anfang denkt man vielleicht, Karen, z.B., will Jem nur “Böses” und denkt sowieso, das Jem böse ist. Aber im Laufe des Buches stellt sich heraus, dass Jem auf sie zählen kann.
Oder auch Spinne. Am Anfang des Buches denkt man vielleicht, er wäre einfach nur ein dummer Junge, der Jem hinterhereifert, aber im Laufe des Buches lernt man auch ihn zu lieben – Genau so geht es mit Simon, Val und den ganzen anderen Charakteren.

Mein Fazit:

Numbers von Rachel Ward ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Wenn man sich nur auf die Handlung konzentriert, sollte dieses Buch unbedingt gelesen werden. Doch eben diese Kritikpunkte könnten einem das Leseerlebnis sehr vermiesen.
Deswegen würde ich sagen, dass wenn man diese Rezension gelesen hat, jeder selbst entscheiden sollte, wie er mit den Punkten umgeht: Ich will  niemandem etwas falsches sagen. Wer aber mit zu hohen Erwartungen an das Buch heran geht, wird definitiv enttäuscht!

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2 Comments leave one →
  1. June 26, 2010 9:54 am

    ich habe das buch auch gerade erst gelesen und muss dir wirklich so was von zu stimme. auch ich mochte die chraktere wirklich gerne! und ich fand ihren schreibstil einfach sehr intesiv. aus der ich-perspektive heraus ist das erlebnis ja eh immer ein anderes, aber rachel ward hat es einfach sehr gut verstanden, die trostlosigkeit und das umfeld von jem durch ihre sprache auszudrücken. die handlung an sich ist natürlich nicht soo berauschend, aber wenn man das ganze vor ein paar philosphischen hintergründen sieht, ist es wieder recht tiefgründig. ich bin froh, dass ich es gelesen habe.

  2. July 13, 2010 9:34 am

    Ich fand das auch ein wenig übertrieben, als Jem auf einmal Selbstmordgedanken hegt. Trotzdem fand ich’s gut, dass Spinne wirklich gestorben ist. Das wäre sonst nur so halbherzig durchgezogen von der Autorin.

    Was deine Bemerkung zur Sprache angeht, das fand ich gar nicht so schlimm. Ich vermute, dass das auch viel mit der Übersetzung zusammenhängt. Im Englischen kommt es vermutlich authentischer rüber, wenn dort bestimmte Buchstaben weggelassen werden und die Übersetzerin hat irgendwie versucht das auch in der deutschen Sprache deutlich zu machen. Wie das beim Leser ankommt, ist natürlich Geschmackssache 🙂 Mich hat es nicht so sehr gestört, weil es zu den Charakteren gepasst hat.
    Rechtschreibfehler sind mir glaub ich auch einige aufgefallen, das fand ich auch störend! 😉

    Das finde ich schön zu lesen, dass dir die Charaktere so gefallen haben. In vielen anderen Rezensionen kommt rüber, dass der Leser die Protagonisten alle unsympathisch fand. Ich bin da aber deiner Meinung, gerade Spinne und Jem hatten etwas liebenswürdiges unter ihrer rauhen Schale und ihre Entwicklung konnte man toll mit ansehen.

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